Ausschnitt aus Zeitung

Über Behinderung lachen?

Mitarbeiterinnen der Gemeinde St.Peter im Sulmtal beim blind breakfastUngewöhnliche Szenen spielten sich jüngst im Gemeindeamt von St. Peter im Sulmtal ab. Eine ganze Gruppe blinder Menschen frühstückte, wo sonst gearbeitet wird und erheiterte sich gar noch an der Schwierigkeit Marmelade auf die Semmel anstatt den eigenen Ärmel zu schmieren. Skandalös? Pietätlos?

Nein, Blind Breakfast - Frühstück im Dunkeln - mit Didi Ogris war angesagt. Als eine der ersten nutzte die Sulmtaler Gemeinde den Treuebonus 2010 für CEDOS-Partnergemeinden. Bürgermeister Alois Painsi hatte nicht nur das Team der Gemeinde sondern auch gleich Kindergärtnerinnen und Schulpersonal zu dieser lustvollen und erkenntnisreichen Form des Erfahrungslernens eingeladen. Wie schaffe ich es „blind" Kaffee einzuschenken, ohne dass die Tasse überläuft? Erkenne ich die Marmelade auf meiner Frühstückssemmel auch wenn ich die Farbe nicht sehen kann?

Berührungsängste mit Menschen mit Behinderung beruhen meist auf Unsicherheit aufgrund von fehlendem Wissen und der angelernten Scheu, einfach nachzufragen.
Wie lösen blinde Menschen die Probleme des Alltags vom Essen bis zum selbständigen Finden der passenden Kleidung, vom Uhr-Ablesen bis zur Orientierung?

Das zweistündige „Blind Breakfast" mit Dietmar Ogris gibt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von CEDOS-Gemeinden, aber auch deren Gemeinderätinnen und -räten Gelegenheit, auf lustvolle und unterhaltende Art jede Menge Wissen und Erfahrung zum Thema Behinderung zu sammeln. Frei nach dem Motto: Fragen Sie, was Sie schon immer wissen wollten, sich aber nie zu fragen getrauten.

Ach ja: Das Gemeinde-Team von St.Peter kann es bestätigen. Lachen über die eigene (simulierte) Behinderung ist ganz und gar nicht diskriminierend. Im Gegenteil: Dieses Lachen kann Barrieren im Kopf abbauen und einen neuen, unverkrampften Zugang zum Thema eröffnen. „Die Veranstaltung hat bei unseren KollegInnen - nicht zuletzt durch die unnachahmliche und äußerst charmante Art von Didi Ogris - einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und die MitarbeiterInnen - glaube ich - durchaus für die Problematik sensibilisiert", zieht Bgm. Alois Painsi eine positive Bilanz.

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